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Frauen in die Schulpflege, Männer für Aufgaben mit Zahlen: Bei den Zürcher Gemeindewahlen sind klassische Geschlechterrollen bestätigt worden

Auch bei den Wahlen für Gemeinde- und Stadtpräsidien zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen den beiden Geschlechtern.

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Die Männer sind nicht nur im Zürcher Stadtrat in der Mehrheit.

Gaëtan Bally / Keystone

Die Zürcher Kommunalwahlen im vergangenen Frühling waren nicht nur für die politische Ausmarchung wichtig. Sie liefern auch wichtige statistische Erkenntnisse, etwa zur Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern.

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Das kantonale Amt für Statistik und Daten hat dazu eine erste Auswertung publiziert. Berücksichtigt worden sind die Wahlen einerseits der Gemeindeexekutiven und andererseits der Schulbehörden und der Rechnungsprüfungskommissionen (RPK). Kein Thema waren die Wahlen für die dreizehn kommunalen Parlamente.

Bei den Frauen fallen mehrere Dinge auf. Erstens: In den meisten Behördenämtern sind sie sowohl bei den Kandidaturen wie auch bei den Gewählten klar in der Minderheit. Dies gilt für die Gemeinde- und Stadträte (Frauenanteil unter den Gewählten bei 30 Prozent), bei den Stadt- und Gemeindepräsidien (18 Prozent) und bei den RPK (22 Prozent). Die RPK prüfen insbesondere das Budget und die Jahresrechnung der Gemeinden. In der klaren Mehrheit (58 Prozent) sind Frauen dafür in den Schulbehörden.

Diese Zürcher Wahlergebnisse bestätigen einen anhaltenden schweizweiten Trend. Ruth Nieffer von der Fachhochschule Graubünden sagte schon 2022 in einem Beitrag des Schweizerischen Gemeindeverbands, dass das klassische Rollenbild der Geschlechter auch in der Gemeindepolitik erkennbar sei.

Viele Frauen engagierten sich in Schulbehörden, dort liege ihr Anteil bei 50 Prozent oder mehr. Frauen übernähmen oft auch die Ressorts Bildung und Soziales und seltener die Finanzen oder den Bau. Warum das so sei, sei aber unklar. Offen sei, ob ihnen diese Themen einfach näher seien oder ob sie in diese Ressorts gedrängt würden.

Frauen mit geringeren Wahlchancen?

Auffällig ist, was mit den Frauen bei den Wahlen für die Zürcher Gemeindepräsidien passierte. Unter den Kandidaturen lag der Frauenanteil bei 24 Prozent, bei den Gewählten lag er bei 18 Prozent. «Dies könnte darauf hindeuten, dass Frauen bei dieser Führungsposition geringere Wahlchancen haben», schreiben die Zürcher Statistiker.

Im Einzelfall dürften allerdings mehrere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Das zeigt sich etwa bei den Wahlen für das Zürcher Stadtpräsidium, ein Amt, das 17 Jahre von einer Frau gehalten worden war. Bei der Nachfolge von Corine Mauch setzte sich ihre Partei, die SP, mit Raphael Golta durch, also einem Mann. Die einzige Frau im Kandidatenfeld war Serap Kahriman. Ihr Parteihintergrund (GLP) und ihre geringe Bekanntheit dürften für ihr Abschneiden die grössere Rolle gespielt haben als ihr Geschlecht.

Der Bisherigenbonus ist eine Tatsache

Unter Politikern gilt es als Binsenwahrheit, dass Amtsinhaber bei einer Erneuerungswahl grundsätzlich bessere Chancen haben als neue Kandidatinnen und Kandidaten. Die Auswertung der kantonalen Statistiker bestätigt dies eindeutig: Bisherige sind unter den gewählten Zürcher Gemeinde- und Stadträten deutlich stärker vertreten als Neue.

95 Prozent der wieder antretenden Bisherigen wurden gewählt, wobei es zwischen Frauen und Männern keinen Unterschied gibt. Bei den Neuen schafften 44 Prozent (Frauen) beziehungsweise 50 Prozent (Männer) den Einzug.

Der Bisherigenbonus dürfte auch bei einem weiteren Vergleich eine Rolle spielen: bei den Wahlchancen nach Alter. 7 Prozent der Kandidaten waren jünger als 35 Jahre. Bei den Gewählten kam diese Altersgruppe aber nur auf 3 Prozent. Ganz anders bei den 50- bis 64-Jährigen: Sie machten knapp die Hälfte der Kandidaten aus und sogar 57 Prozent der Gewählten. Die Statistiker führen ihren Erfolg darauf zurück, dass es in dieser Gruppe viele Bisherige gibt, die bekannt und erfahren sind.

Die Statistiker haben auch die Ergebnisse nach Parteizugehörigkeit untersucht. Die meisten Gemeinde- und Stadträte, 40 Prozent, sind in keiner Partei. Vor allem in Landgemeinden ist es üblich, als Parteiloser anzutreten und auch gewählt zu werden. Bemerkenswert ist das Resultat der FDP: Die Freisinnigen stellten nur 8 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten, sie machen aber 20 Prozent der Gewählten aus. Sie sind damit hinter den Parteilosen die stärkste Gruppe.

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