Karl Schmidt-Rottluff
bei Chemnitz 1884 - 1976 Berlin
Karl Schmidt-Rottluff war der Unzug�nglichste und Spr�deste der K�nstlergemeinschaft. Er blieb der gro�e Schweiger. Es gibt von ihm fast keine theoretischen �u�erungen, keine philosophischen Konzeptionen. Im Gegensatz zu Kirchner hat er seinen Stil nie schriftlich niedergelegten Analysen unterzogen. Die wenigen Briefe und Aufzeichnungen sind im letzten Krieg zerst�rt worden, als seine Berliner Wohnung mit etwa 2000 Zeichnungen, vielen Aquarellen und Gem�lden in Flammen aufging. Schmidt-Rottluff lebte nach innen gerichtet, eine einsame Gestalt, nordischer wirkend als der norddeutsche Nolde, von seiner Kunst beherrscht, starr, verschlossen, vollkommen kompromisslos. Auch die besch�menden Beschr�nkungen, die er durch die N�tigungen der Machthaber des "Dritten Reiches" erleiden musste,konnten ihn nicht beirren. Er sucht keine Kontakte, keine Anregungen. Schwerbl�tigkeit, ein Hang zur Mystik, zum �bersinnlichen und Religi�sen bezeichnen sein Wesen. Seine Erregung vor der Natur erscheint gez�gelter als bei den Weggef�hrten, sie wird von unbedingtem Formwillen unter Kontrolle gehalten. Ein starker Sinn f�r Architektonik zeichnet jede seiner Sch�pfungen aus. Schmidt-Rottluff erweist sich als strenger Baumeister, dem es in erster Linie um Gesetzm��igkeit und Folgerichtigkeit geht. Man merkt ihm als dem einzigen der Gruppe die urspr�ngliche Neigung zum Architekturberuf an.
L.-G. Buchheim, 1956
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