Nach den Synoden von Mecklenburg und Pommern hat sich nun auch das nordelbische evangelische Kirchenparlament f�r Fusionsverhandlungen zu einer "Nordkirche" ausgesprochen. Mit sehr gro�er Mehrheit bef�rworteten die Synodalen der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche am Sonnabend in Rendsburg die Aufnahme von konkreten Verhandlungen. Weiter verabschiedete das h�chste Kirchenparlament f�r Schleswig-Holstein und Hamburg den Haushalt 2008 mit einem Volumen von 620 Millionen Euro.
Mit der Zustimmung f�r Fusionsverhandlungen ist der Weg geebnet, um bis 2011 eine gemeinsame Verfassung mit den nord�stlichen Nachbarkirchen zu erarbeiten und zur Abstimmung vorzulegen. Von 118 Kirchenparlamentariern stimmten bei einer ung�ltigen Stimme 102 daf�r. Acht Synodale votierten dagegen. Es gab sieben Enthaltungen. Unterm Strich gab es damit 87,2 Prozent Zustimmung.
Eine gemeinsame "Nordkirche" h�tte 2,5 Millionen Mitglieder. Nach dem verabschiedeten Fahrplan soll im Oktober 2008 �ber ein Fusionsvertrag abgestimmt werden. Bereits ein Wochenende zuvor hatten die Synoden der mecklenburgischen und der pommerschen Kirche Fusionsverhandlungen zugestimmt.
Die L�becker Bisch�fin B�rbel-Wartenberg-Potter, die die bisherigen Sondierungsgespr�che als Vorsitzende einer Steuerungsgruppe geleitet hatte, zeigte sich �ber das Abstimmungsergebnis erfreut. "Dieser Beschluss ist auch Zeichen des �kumenischen Verst�ndnisses unserer Kirche, nicht am Kirchturmhorizont stehen zu bleiben, sondern dar�ber hinaus zu gehen", sagte sie.
Pommerns Synodenpr�sident Rainer Dally sieht den Weg zur Fusion optimistisch: "Mir ist nicht bange dabei". Der pommersche Bischof Hans-J�rgen Abromeit begr��te ebenfalls die nordelbische Zustimmung. Er sei dankbar f�r so viel Gemeinsamkeit unter den evangelischen Kirchen im Norden., "M�ge nun die Entschiedenheit der Synoden die Kirchenleitungen befl�geln, einen �berzeugenden Fusionsvertrag auszuhandeln", sagte er.
Aufbruchstimmung auch beim Vorsitzenden der nordelbischen Kirchenleitung und Schleswiger Bischof Hans Christian Knuth: "Es erf�llt mich mit gro�er Freude, nach der Jahrzehnte langen Partnerschaft mit der Mecklenburgischen und besonders mit der Pommerschen Kirche jetzt auf eine Fusion zuzugehen."
Der nordelbische Synodenpr�sidnet Hans-Peter Strenge w�rdigte das Abstimmungsergebnis besonders vor dem Hintergrund, dass die nordelbischen Kirchenkreise Opfer bringen m�ssten. F�nf Prozent der Haushaltsmittel k�nnten k�nftig Richtung Osten flie�en.
Die nordelbische Kirche kann im n�chsten Jahr mit 368 Millionen Euro Kirchensteuern rechnen. Im laufenden Jahr wird mit 348 Millionen Euro gerechnet. Damit haben sich die Steuereinnahmen nach Jahren des stetigen Absinkens erholt. 2005 nahm Nordelbien noch rund 280 Millionen Euro ein.
Trotzdem mahnten Nordelbiens Finanzdezernent Wichard von Heyden und R�diger von der Goltz von der Kirchenleitung, dass Nordelbien auf Spar- und Reformkurs bleiben m�sse. R�cklagen m�ssten aufgef�llt werden, da langfristig wieder mit sinkenden Einnahmen gerechnet werden muss. F�r die Kirchenwahl 2008 stellt Nordelbien 640.000 Euro bereit. (25.11.07/hs/sh) (epd)
"Lasst uns losgehen" - Aufbruchstimmung Richtung "Nordkirche" in nordelbischer Synode
Von Hartmut Schulz (epd) =
Rendsburg (epd). Der Mann sprach fast allen Mitgliedern der Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche aus dem Herzen. "Lasst uns losgehen", rief am Sonnabend der Kappelner Propst Gerhard Ulrich in den Tagungssaal des Rendsburger Christophorushauses. Die Kirchenparlamentarier aus Schleswig-Holstein und Hamburg lie�en dann bei ihrem Votum f�r Fusionsverhandlungen mit der Mecklenburgischen und der Pommerschen Kirche keinen Zweifel mehr aufkommen. Es gab 87 Prozent Ja-Stimmen. Die erste Verhandlungsrunde soll bereits am Montag (26. November) eingel�utet werden.
Dabei waren bei den Beratungen zur "Nordkirche" mit insgesamt 2,5 Millionen Mitgliedern auch kritische Stimmen zu h�ren. Denn Nordelbien befindet sich nach Jahren gesunkener Finanzen im Spar-und Reformprozess. Daran �ndert auch die jetzige Erholungsphase bei den Kirchensteuern nichts. "Wir handeln uns eine Gro�baustelle ein", sagte Getrude von Holdt-Schermuly aus dem Kirchenkreis S�dtondern. Sie spielte damit insbesondere auf die Fusionen der Kirchenkreise an. Aus den 27 Verwaltungseinheiten werden derzeit durch Zusammenschl�sse elf Gro�kreise, um bei den Verwaltungen zu sparen.
Auch andere Kirchenparlamentarier fragten, warum gerade jetzt die Fusion mit den Nachbarkirchen auf den Weg gebracht werden muss. Auch der Plan, dass Nordelbiens Kirchenkreise sp�ter bis zu f�nf Prozent ihrer Kirchensteuer Richtung Osten abgeben sollen, mag da eine Rolle spielen. Insgesamt aber �berwog die Aufbruchstimmung. "Wir wollen uns positiv einbringen", sagte der Kieler Synodale Rudolf G�rner.
Endg�ltig aber brachte der Synodale Henning von Wedel das Kirchenparlament auf klaren Zustimmungskurs. Die Frage, was Nordelbien von der Fusion habe und ob das Vorhaben finanziell �berhaupt m�glich sei, verwundere ihn, so der Rechtsanwalt aus Reinbek. "Wir tun das, weil wir die Einheit der Kirchen wollen", rief er in den Saal. Er werde f�r die Fusionsverhandlungen stimmen, "weil ich Christ bin". Von Wedel: "Vergesssen Sie alle Bedenken, das ist der falsche Ansatz."
Als das Ergebnis mit 102 Ja-Stimmen bei acht Gegenstimmen und sieben Enthaltungen bekannt gegeben wurde, erhoben sich die Kirchenparlamentarier von ihren Pl�tzen. Es gab minutenlangen Applaus. "Das ist eine solide Mehrheit", zog Synodenpr�sident Hans-Peter Strenge Bilanz. Eine Woche zuvor hatte die Mecklenburger Synode mit 43 Ja- und zehn Nein-Stimmen f�r die Fusionsverhandlungen gestimmt, die Pommersche Synode mit 42 Ja- und zw�lf Nein-Stimmen. (25.11.07/hs/sh) (epd)